Mikroplastik im Meer: Farbabrieb trägt erheblich zur Verschmutzung bei

Mikroplastik im Meer: Farbabrieb trägt erheblich zur Verschmutzung bei
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Globale Studie zu lackbedingtem Mikroplastik im Meer. Ottosson Färgmakeri zeigt, wie es anders geht.

Dass Mikroplastik in den Meeren ein ernstzunehmendes Problem ist, ist inzwischen bekannt. Welchen Ursprung diese Kleinstpartikel jedoch genau haben, war bisher weitgehend unklar.

Das forschungsbasierte Beratungsunternehmen Environmental Action (EA), bestehend aus weltweit anerkannten Experten auf dem Gebiet der Plastikverschmutzung, hat dazu die Studie „Plastic Paints the Environment“* veröffentlicht. Ziel der Studie war die Quantifizierung der Kunststoffverschmutzung durch Farben sowie das weltweite Eindringen von Mikroplastik in die Weltmeere. Dadurch kann erstmals in einer umfassenden Studie aufgezeigt werden, dass die Farbenindustrie der Sektor mit dem höchsten Beitrag zu primären Mikroplastik in Meeren und Wasserstraßen ist.

Global betrachtet, ist der jährliche Gesamtbeitrag von Farben bezüglich des Makro- und Mikroplastiks in der Umwelt mit durchschnittlich 7,4 Mio. Tonnen beträchtlich. Davon gelangen bis 1,9 Mio. Tonnen in die Ozeane. Dies ist weit mehr als bisher bekannt war.
Farbe hat einen hohen Kunststoffanteil (ca. 37 %) und ist in sämtlichen Bereichen innerhalb unserer Gesellschaft wiederzufinden, seien es der Farbauftrag auf Infrastrukturen, Fahrzeugen oder Schiffen, um hier nur einige zu nennen. Durch die Abnutzung an Handelsschiffen und Offshore-Bohrinseln oder bei der Wartung ebendieser, gelangt die Farbe direkt in die Weltmeere.
Grundsätzlich sind zwei Hauptfaktoren für die weltweite Verschmutzung durch Plastik auszumachen. Makroplastik gelangt vor allem durch unsachgemäß behandelte Abfälle in die Umwelt (Jambeck et al., 2015) und wird im Laufe der Zeit zu Mikroplastik zersetzt. Primäres Mikroplastik hingegen wird überwiegend durch den Abrieb von Farbe freigesetzt (Boucher & Friot, 2017).

Die erheblichen negativen Auswirkungen, die die derzeitige Verschmutzung durch Plastik auf den Planeten, das Leben im Meer und folglich auf den menschlichen Organismus haben, werden auf Grundlage jener Studien diskutiert und sollen Lösungen dieser Problematik unterstützen und vorantreiben.

Dr. Paola Paruta, Umweltanalystin bei EA und Hauptautorin des Berichts, sagt dazu: „Unser Bericht füllt eine wichtige Wissenslücke im Bereich der Mikroplastikverschmutzung. Unser Ziel ist es, nützliche Informationen bereitzustellen, um weitere Forschungen und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung und Vermeidung von Mikroplastik und die Plastikverschmutzung im Allgemeinen anstoßen.“
„Der Bericht soll als Weckruf für die Lackindustrie und deren Kunden verstanden werden“, erklärt Declan Mc Adams, Vorstandsvorsitzender von Pinovo. Das norwegische Unternehmen hatte die unabhängige Studie in Auftrag gegeben. „Es ist wichtig, dass die Industrie weniger schädliche und praktikablere, alternative Methoden findet. Wir brauchen eine systematische Änderung in der Verwendung und Behandlung von Farbe, nachdem diese Erkenntnisse nun Aufschluss über den Grad der Verschmutzung gegeben haben."

Gunnar Ottosson_Ottosson Färgmakerie, SchwedenDass es anders geht, zeigt das schwedische Unternehmen Ottosson Färgmakeri. Der Farbproduzent stellt seit 1989 hochwertige Leinölfarben ausschließlich aus Leinöl und traditionellen Pigmenten her. Das gekochte Leinöl dient als Bindemittel für die Farbe, die ohne weitere Zusatzstoffe auskommt. Sie eignet sich ebenso wie die in der Studie angesprochenen Farben für das Auftragen auf nahezu jeden Untergrund. Gelangt diese Leinölfarbe nun in die Umwelt, ist dies unbedenklich.

Als Händler steht man ebenso wie der Hersteller zunehmend in der Verantwortung, ökologisch verträgliche Produkte zu vertreiben und über die korrekte und ressourcenschonende Verarbeitung zu informieren. Diesen Anspruch stellt auch Deffner & Johann an sich selbst. Der international agierende Fachgroßhandel für Materialien, Werkzeuge und Geräte im Bereich der Restaurierung und Denkmalpflege versucht mit Blick auf den Umweltschutz, stets umweltbewusste Lösungen anzubieten.
„Konservierung und Restaurierung können einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen leisten. Zum einen bieten Erhalt und Umnutzung von Denkmälern ein erhebliches Potential zur Einsparung von Baustoffen und Energie. Des Weiteren sind Materialien in ihrer traditionellen Verwendung häufig deutlich nachhaltiger, betrachtet man den gesamten Lebenszyklus ebendieser. Bindemittelsysteme mit historischem Bezug, wie zum Beispiel Kalk oder Leinöl, bieten nicht nur eine vorteilhafte Öko-Bilanz, sondern sind auch häufig ressourcenschonender in Herstellung und Wartung“, erläutert Ralph-Uwe Johann, Geschäftsführer von Deffner & Johann.

Letztendlich ist ein Umdenken aller Beteiligten, d.h. der Hersteller, Unternehmer und Verbraucher notwendig, um unsere Umwelt nicht weiter mit Plastik in jeglicher Form zu belasten. Jeder Einzelne kann durch Vermeidung von Plastik und sachgemäße Entsorgung der Abfälle dazu beitragen. Nur wenn zukünftig verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgegangen und nachhaltig gehandelt wird, lässt sich die Verschmutzung der Weltmeere bzw. der gesamten Umwelt reduzieren.

 

 

Ottosson Leinölfarbe_Herstellungsprozess Ottosson Leinölfarbe

Original Schwedische Leinölfarben von Ottosson finden Sie hier bei Deffner & Johann im Onlineshop:
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Darüber hinaus können Sie auf unserem Deffner & Johann YouTube-Kanal hilfreiche Beiträge zur richtigen Anwendung von Leinölfarben, der Reinigung von Pinseln, der Verwendung von Leinölfarben im Innenbereich und vieles mehr entdecken.
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*Studie: EA – Environmental Action (Hrsg.): Plastic Paints the Environment. A global assessment of paint´s contribution to plastic leakage to Land Ocean & Waterways; Lausanne, Schweiz, 2021.
25. April 2022
© Deffner & Johann GmbH